Im Mittelalter: Otto der Große (10. Jahrhundert) galt fast ein Jahrtausend lang als der Stifter eines Reiches, vielleicht sogar einer Nation der Deutschen.
Sein Vorbild waren die Kaiser Roms, wie Augustus, Mark Aurel und Konstantin sowie Karl der Große, der der Erste war, der im Jahr 800 durch die Krönung zum Kaiser durch den Papst an römische Traditionen anknüpfte. Trotz vieler Unwirksamkeiten, machthungriger Fürsten, einer verräterischen Familie und dem Einfall der Ungarn, konnte er sich behaupten und wurde im Jahr 962 vom Papst zum Kaiser gekrönt und gründete das heilige römische Reich.
Zu seiner Zeit sprachen die Sachsen, Franken, Bayern und Schwaben eine Vielzahl weitläufig verwandter Dialekte, auch „Volkssprache“ genannt. Die Italiener tauften diese sprachlich ungeschliffenen Barbaren „tedeschi“, also „Deutsche“.
Der gemeinsame Kampf im Jahr 955 gegen die Ungarn gab den Stämmen des Reiches das erste Mal ein starkes Gemeinschaftsgefühl.
Durch den herrlichen Sieg mit Ruhm beladen, wurde der König von seinem Heer als Vater des Vaterlandes und als Imperator, als Herrscher über die Völker, begrüßt. Denn solch eines Sieges hatte sich kein König vor ihm in zweihundert Jahren erfreut. – Widukind von Corvey
Das Reich verlieh über die nächsten Jahrhunderte hinweg den Deutschen trotz aller Zersplitterung Identität und brachte sie unter ein Dach zusammen, unter dem sie fast ein Jahrtausend später schließlich auch zur Nation werden sollten.
Ende des 13. Jahrhundert nannte der Dominikaner-Chronist Martin von Troppau Otto den Großen „den ersten Kaiser der Deutschen“ (primus imperator Theutonicum).
Quelle: Die Deutschen von Guido Knopp, Stefan Brauburger, Peter Arens






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